Informationen zum Thema “Musiker*innen in Zeiten von Corona”

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir stellen euch hier laufend aktuell Hilfen und Tipps zum Umgang mit der Corona-Krise zusammen.
Herzliche Grüße aus der Geschäftsstelle – Stefanie Lubrich

Was in jedem Fall getan werden sollte

Ausfalldokumentation
– Musiker*innen und Musikpädagogen und allen im Musikbereich Tätigen ist zu empfehlen, abgesagte und ausgefallene Veranstaltungen/Aufführungen/Workshops etc. mit Datum, Zeit- und Erlös- Honorarangaben sowie Veranstalter zu dokumentieren;
– Eigene Schätzung der Verluste auf den Monat berechnet;
– Dokumentationen sammeln und im Fall von Notfallförderung einreichen.

Meldung von Einnahmeausfällen bei der Künstlersozialkasse
– Einnahmeneinbußen sollten sofort bei der Künstlersozialkasse gemeldet werden. Damit sinken auch monatliche Beitragszahlungen.
– Die Künstlersozialkasse ist unbürokratisch bereit, fällige Beiträge zu stunden oder Voraussetzungen für Beitragsreduzierungen abzusenken.
– KSK Formulardownload und Informationen hier: www.kuenstlersozialkasse.de https://www.kuenstlersozialkasse.de/fileadmin/Dokumente/Mediencenter_Künstler_Publizisten/Vordrucke_und_Formulare/Aenderung_Arbeitseinkommen.pdf

Wir stehen im Austausch mit dem Deutschen Musikrat, um gebündelt mit den Verbänden der Musikbranche gezielte Forderungen an die Politik zu stellen, Fördermöglichkeiten zu eröffnen und diese unbürokratisch abzuwickeln.

Wo bekomme ich Liquiditätshilfen oder Unterstützung?

Soforthilfe für Kleinunternehmer und Soloselbständige bei der BAB:
Liquiditätszuschüsse bis zu 5000 EURO; im Bedarfsfall bis zu 20 000 EURO

  • Ausgaben für laufende Belastungen wie z.B. Miet- und Pachtzahlungen für gewerbliche Immobilien, die aufgrund der Corona-Krise nicht oder nur eingeschränkt genutzt werden können
  • Zinszahlungen, Versicherungen, Finanzierungsraten für fremdfinanzierte Maschinen, Anlagen und Einrichtungen, die aufgrund der Corona-Krise nicht oder nur eingeschränkt genutzt werden können
  • Berücksichtigt werden können Kosten für max. 3 Monate (März – Mai 2020)

https://www.bab-bremen.de/bab/corona-soforthilfe.html
Hotline der Task Force: 0421 9600 333
E-Mail: task-force@bab-bremen.de

Soforthilfeprogramm für freischaffende Musiker*innen und Künstler*innen in Bremen

Soforthilfeprogramm des Landes Bremen in Höhe von 500 000 EURO. Maximal 2000 EURO pro Person. Nachweis über finanzielle Notlage durch Wegfall von Honoraren/Aufträgen aus künstlerischer Tätigkeit. Kein Anspruch auf Förderung, es wird der Einzelfall geprüft. Anträge können vom 6.4.-31.5.2020 gestellt werden.
Informationen und Antragsformular:
https://www.kultur.bremen.de/

Beantragung von Arbeitslosengeld 1 oder Grundsicherung (ALG 2):

Arbeitslosengeld:
Bereits zum 1. Januar 2020 wurde der Zugang zum Arbeitslosengeld erleichtert: Wer innerhalb der von 24 auf 30 Monate verlängerten Rahmenfrist auf Versicherungszeiten von 12 Monaten kommt, kann einen Anspruch auf Arbeitslosengeld geltend machen. Davon profitieren KünstlerInnen. Die erweiterte Rahmenfrist gilt auch für die Sonderregelung für überwiegend kurz befristete Beschäftigungen (sog. Künstlerregelung), die unter bestimmten Voraussetzungen eine auf 6 Monate verkürzte Mindestversicherungszeit vorsieht und bis Ende 2022 gilt. Zudem werden Arbeitsverträge bis 14 Wochen Dauer als kurz befristet anerkannt – statt wie bisher nur bis 10 Wochen.

Grundsicherung (ALG 2):
Freiberufliche Künstler/innen können als Selbständige Grundsicherung beim Jobcenter beantragen, wenn sie weniger Arbeit haben als 15 Wochenstunden; in Notfällen als Soforthilfe ohne Vermögensprüfung. Beinhaltet sind Miete, Grundsicherung von 400- 500 €, Versicherung in der gesetzlichen Krankenkasse. Der Antrag kann jederzeit formlos an das örtliche Jobcenter telefonisch oder schriftlich gestellt werden.

Der Neuantrag auf Arbeitslosengeld II ist online abrufbar: http://www.arbeitsagentur.de/antrag-arbeitslosengeld2

Steuerliche Hilfsangebote

Unternehmen und Selbständige, die wegen des Coronavirus in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, können zur Entlastung verschiedene steuerliche Hilfsangebote im Kontakt mit ihrem zuständigen Finanzamt nutzen. Dazu gehören:
– Herabsetzung oder Aussetzung laufender Vorauszahlungen zur Einkommensteuer auf Antrag
– Stundung fälliger Steuerzahlungen
– Erlass von Säumniszuschlägen
– Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen

Formulare und Infos unter “Mitglied werden; Unsere Leistungen/Downloads”
https://dtkv-bremen.de/mitglied-werden/unsere-leistungen-2/
(KSK, Finanzhilfen, Allgemeine Bestimmungen Bremer Behörde, Online-Unterricht…)

Soforthilfen bei der GLV (nur für Mitglieder)
https://www.gvl.de/coronahilfe

Soforthilfen bei der Orchesterstiftung
https://orchesterstiftung.de/nothilfefonds/

Informationen von Verdi
https://selbststaendige.verdi.de/beratung/corona-infopool

Informationen aus Niedersachsen (Musikland Niedersachsen)
https://musikland-niedersachsen.de/corona/

Gründerlexikon (Zusammenfassung von Hilfsmöglichkeiten)
https://www.gruenderlexikon.de/news/kurz-notiert/corona-hilfen-fuer-selbststaendige-freiberufler-und-kleinunternehmer-84233709

DTKV-Bundesverband
http://www.dtkv.org

Künstlersozialkasse
http://www.kuenstlersozialkasse.de

Bundesgesundheitsministerium
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

Wenn ihr relevante neue Informationen habt, die für alle Mitglieder interessant sind, mailt sie mir gern zu – ich leite sie weiter. Für Rückfragen und Beratung meldet euch in der Geschäftsstelle: 0421 3 78 40 03 oder dtkvbremen@gmx.de Ich versuche, alle Anfragen zeitnah zu beantworten.

Geschäfts­stelle
Goosekamp 14
28197 Bremen

0421 3 78 40 03
info@dtkv-bremen.de

Telefonische Sprechzeit ab Mai 2019:
Mittwoch 9-13 Uhr
(außer in den Schulferien)

***
Trailer zur Hausmusikwoche
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Trailer Bremer Hausmusikwoche

Sehr geehrte Mitglieder des DTKV Bremen,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

zunächst einmal: Ich hoffe von ganzem Herzen, dass es Euch gut geht, Ihr „den Umständen entsprechend“ wohlauf seid, und ich wünsche Euch für diese Phase, von der noch niemand weiß, wie lange sie andauern und wo sie uns hinführen wird, alles Gute.

Ich schreibe Euch in einer Situation, die vor ein paar Wochen noch niemand für möglich gehalten hätte. Das Corona-Virus hat nicht nur alle Kontinente erreicht, sondern auch sämtliche öffentlichen und privaten Lebensbereiche aller Menschen fast aller Länder. Das ist sie also, die Globalisierung. Eine bis dato einmalige Situation, mit der alle irgendwie umzugehen versuchen, niemand kann sich drücken, alle sind betroffen. Es werden Lösungen für Probleme notwendig, die wir noch nie hatten, es tun sich Fragen auf, die niemand bisher gestellt hat, und entsprechend unerfahren sind alle bei der Beantwortung dieser Herausforderung.

Scheinbar erst allmählich hat sich die große Gefahr gezeigt, die von diesem Virus bzw. seiner Verbreitung und den daraus entstehenden Folgen ausgeht. Seit wenigen Tagen, jetzt aber umso eindringlicher, ist klar, dass alle Prognosen übertroffen werden, alle bisherigen Maßnahmen zu kurz greifen und alle herkömmlichen Lösungsansätze nicht ausreichen werden und erweitert werden müssen.

Diese Erweiterungen werden jetzt vorgenommen, sowohl, was die Schutzmaßnahmen gegen das Virus selbst, als auch, was die Abfederung insbesondere der damit einhergehenden ökonomischen Schäden angeht. Und so hilflos und ohnmächtig wir uns zunächst auch fühlen mögen, so wird es andererseits so sein, dass in dieser Situation eben auch ungewöhnliche Wege möglich (gemacht) und unkonventionelle Antworten gegeben werden.

Durch die Größenordnung dieser Krise wird auf einmal deutlich, wie viele prekäre Lebens- und Verdienstverhältnisse sich diese Gesellschaft bisher geleistet hat – und offensichtlich hat leisten können – weil es ging, und weil wir es zugelassen haben. Und auf plötzlich ist ebenso deutlich, dass sich diese Gesellschaft nicht leisten kann, all das zerbrechen zu lassen, dass also neben dem Schutz großer Produktion und industriestandörtlich wichtiger Betriebe eben gerade all diese privatwirtschaftlich und individuell organisierten Berufsgruppen ein Gewicht bekommen und gestützt werden müssen.

Die meisten unserer Mitglieder sind selbständig tätig, sind „Einpersonenbetriebe“, haben ein geringes Einkommen, leben „von der Hand in den Mund“. Die Aussicht, in den nächsten Wochen dieses Einkommen teilweise oder gar vollständig zu verlieren und möglicherweise ohne Absicherung zu sein, ängstigt viele von uns und macht uns ratlos, denn viele von uns wissen im Moment noch nicht, wie sie das individuelle Wegbrechen ihrer Existenz verhindern oder zumindest abfedern können.

Unendlich viele Fragen sind zu klären – zu allererst diese

Wie geht es mit dem Unterricht weiter?

Wie sollen Konzertmusiker*innen die Zeit überstehen?

Was soll ich gegen die finanzielle Not tun?

Wie Ihr in den Medien verfolgen könnt, werden sich „die Verantwortlichen“ dieser Fragen zunehmend bewusst. Neben quasi allen Ministerien – ob im Bund oder in den Ländern – sind sehr viele Menschen und Gremien damit beschäftigt, die Tiefe und Größe der Anforderungen zu eruieren, Wege zu suchen, Antworten zu finden, Lösungen herbeizuführen. Unsere Berufsgruppen werden dabei insbesondere vom Deutschen Musikrat, dem Deutschen Kulturrat, den Landesmusikräten – und natürlich eben vom DTKV vertreten. Insbesondere muss geguckt werden, wie alle Bundesgesetze, -verordnungen und -verfügungen in den Ländern und Kommunen umgesetzt werden können, während es gleichzeitig notwendig ist, in den Ländern auch spezifische Wege zu finden, die auf den Bund nicht unbedingt übertragbar sind.

Die Vorstandskolleg*innen und ich haben uns bemüht, über mehrere Kanäle an Informationen heranzukommen, die wir Euch hier zusammengestellt haben und zur Verfügung stellen, damit Ihr einigermaßen „auf dem Laufenden“ seid.

Gleichzeitig werden in diesen Tagen ständig neue Bestimmungen, Gesetze und Initiativen auf den Weg gebracht, mit denen Bund, Länder und Kommunen, Ämter und Institutionen dem Zusammenbruch begegnen wollen. die Bundesregierung hat für heute Entscheidungen angekündigt, der Bremer Senat wird heute und morgen dazu tagen.

Unter dem Punkt “Mitglied werden, Unterpunkt: Unsere Leistungen/Downloads” findet ihr eine ganze Ansammlung von Tipps, Infos, Perspektiven und Schritten, aus denen sich jede und jeder das heraussuchen mag, was für sie und ihn passend erscheint. Manches wird Euch eigenartig vorkommen, Ihr werdet manches unsinnig finden, manches wird Euch nicht interessieren oder nicht betreffen. In dem Fall denkt daran, dass es vielleicht anderen hilft.

Ganz generell:

Seht Nachrichten. Fast täglich bringen Heute, Tagesschau, Heute-Journal und Tagesthemen sowie eine ganze Reihe anderer Sendungen – auch online – neue Informationen gerade auch zu finanziellen, arbeitsrechtlichen, versicherungstechnischen und vielen angrenzenden Fragen.

Eine weitere, ganz eigene und ebenso wichtige Dimension jedoch ist die zusätzliche seelische Belastung, die wir jetzt schon, und in nächster Zeit wohl verstärkt aushalten müssen. Unser Leben wird gerade von Grund auf durcheinandergeschüttelt, nichts geht mehr so, wie es vorher möglich war. Bleibt in Kontakt oder stellt Kontakt her, schreibt mails und telefoniert. Fragt mal nach den Kolleg*innen, gerade wenn wir jetzt, wer weiß, wie lange, nur wenig draußen sein können.

Der gesamte Vorstand und ich grüßen Euch sehr herzlich.

Mit herzlichen Grüßen

Tim Günther

Herzlich willkommen!

Wer wir sind und was wir machen

Professioneller Musikunterricht und Konzerte

Wenn Sie Ansprechpartner*innen für Konzerte oder fundierten Musikunterricht in Bremen suchen oder eine Beratung brauchen, dann sind Sie bei uns genau richtig. Melden Sie sich bei uns in der Geschäftsstelle oder rufen Sie die Kolleg*innen direkt an. Die Adressen finden Sie alle auf dieser Homepage.
Als professionelle Musiker*innen haben Sie selbstverständlich die Möglichkeit, als Mitglied bei uns einzutreten und von den Angeboten des DTKV Bremen zu profitieren.

Landesverband Bremen

Im Landesverband Bremen sind derzeit rund 380 Mitglieder organisiert. Er ist damit zwar einer der kleinsten, gleichzeitig jedoch, gemessen an der Fläche und Einwohnerzahl Bremens, der größte und aktivste Landesverband.

Der DTKV

1847 wurde der Deutsche Tonkünstlerverband (DTKV) von Franz Liszt und anderen gegründet. In ihm organisieren sich Instrumentalsolist*innen, Orchestermusiker*innen, Unterrichtende, Komponist*innen, Forscher*innen und Historiker*innen, Angestellte wie Freischaffende. Der DTKV hat sich zur größten deutschen Standesvertretung für Musiker*innen entwickelt und hat heute etwa 8000 Mitglieder in Landes- und Regionalverbänden.

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