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In Memoriam Gisela May

Ein Eisler Liederprogram mit

Angelika Scholl, Klavier
Stephan Uhlig, Gesang, Gitarre

Am 2. Dezember 2016 starb die Schauspielerin und Chansonsängerin Gisela May im Alter von 92 Jahren in Berlin. Vielen „Westdeutschen“ wurde sie erst als „Muddi“ an der Seite von Evelyn Hamann in der Serie „Adelheid und ihre Mörder“ bekannt, dabei avancierte sie noch zu DDR-Zeiten zu einem Weltstar als Chansonsängerin im Range von Juliet Gréco oder Milva und darin vor allem als Brecht-Interpreten. Ihr Credo, eine in besonderer Weise gelebte Freundlichkeit im Sinne der Brechtschen Grundhaltung, dass der Mensch dem Menschen kein Wolf sondern ein Helfer sei, beeindruckte den Bremer (Findorff) Sänger Stephan Uhlig tief, der sie 1992 im Rahmen ihres Meisterkurses „Allem Anfang wohnt ein Zauber inne“ im Grazer Kultur-Sommer erstmals erleben konnte. Es folgten Jahre später zwei weitere Meisterkurse in Neuburg/Donau und in Antwerpen. 2012 standen beide bei ihrem letzten Auftritt zum 50. Todestag von Hanns Eisler, dem bedeutendsten Brecht Komponisten, gemeinsam auf der Bühne der Akademie der Künste in Berlin.

Auch Bremens bekannten „roten“ Bauunternehmer und Kulturmäzen Klaus Hübotter verbindet eine langjährige Freundschaft mit der Künstlerin: „Ich hatte das Vergnügen und die Ehre, seit 30 Jahren mit Gisela May eng befreundet zu sein.“  Aus 1993 stammt sein 4-Zeiler über Gisela May:

Auch diese ist nicht tot zu kriegen

von diesen Wendeidioten.

Nur schwer sind manche umzubringen,

sie bleiben rot, die echten Roten.

Dass der Mensch kein erniedrigtes und verlassenes Wesen sei! Diesen Wunsch verbinden der Bauunternehmer und der Sänger mit der Würde des Menschen, ebenso wie die Anneliese-Loose-Hartke-Stiftung, in deren Namen Helmut Haffner (ehem. Bremens Religionsbeauftragter) den  gemeinsam initiierten Liederabend  „Auf der Flucht vor meinen Landsleuten“ mit dem Sänger Stephan Uhlig und der Pianistin Angelika Scholl in Memoriam Gisela May veranstaltet.

Die Pianistin Angelika Scholl und der Sänger Stephan Uhlig widmen ihr Konzert dabei dem Thema Flucht und ihrer künstlerisch-klassischen Bearbeitung durch Hanns Eisler, Bertolt Brecht und andere Dichter. Die dabei aus der Sicht der Vertriebenen auftauchenden Themen sind zeitlos, somit hochaktuell und gehen weit über das eigentliche Fluchtgeschehen hinaus. Sie beschäftigen Künstler seit der Antike bis heute: Identität, Heimat, Einsamkeit, Hoffnung und Sehnsucht.

Mit Liedern von Hanns Eisler (1898-1962), Kurt Weill (1900-1950) und Bertolt Brecht (1898-1956) aus Theaterstücken, dem Hollywooder Liederbuch u.a..

Mit Texten von Bertolt Brecht, Berthold Viertel (1885-1953), Kurt Tucholsky (1890-1935), Robert Gilbert (1899-1978) und Hanns Eisler nach Anakreon (6. Jh. v. Ch) und J.v. Eichendorff (1788-1857).